Erwachsene

Ergotherapie begleitet, unterstützt und befähigt Menschen, die in ihren alltäglichen Fähigkeiten eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ergotherapie soll ihnen ermöglichen, im Alltag wieder handlungsfähig zu werden; das Ziel sind größtmögliche Selbständigkeit und Unabhängigkeit im Alltags- und/ oder Berufsleben.

Nach einer differenzierten Befunderhebung werden gemeinsam mit dem Patienten und / oder dessen Angehörigen die individuellen Ziele erarbeitet, der Behandlungsplan erstellt und die entsprechenden Behandlungsmethden und Medien ausgewählt. Während der Therapie erhalten die Patienten gezielte Anleitung für den häuslichen und beruflichen Alltag.

Ergotherapie wird vom Hausarzt, Facharzt oder von der Klinik verordnet; mit dieser Verordnung kommen Sie zu uns und wir vereinbaren dann Behandlungstermine. Die Kosten für die Behandlung übernimmt ihre Krankenkasse; Sie müssen allerdings für jedes Rezept einen Eigenanteil bezahlen, der gesetzlich vorgeschrieben ist.

Ergotherapie bei neurologischen Erkrankungen

In unserer Praxis behandeln wir Menschen nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma, mit neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose und Parkinson.

Bei der Behandlung legen wir Wert auf eine umfassende Sicht auf den Patienten: dies bedeutet, dass nicht nur motorische Defizite im Blickfeld stehen. Auch emotionale, kognitive und auf das familiäre und/ oder berufliche Umfeld bezogene Themen / Probleme werden bearbeitet.

Wir arbeiten auf neurophysiologischer Basis ( sensomotorisch-perceptive Behandlung) nach den Methoden von Bobath, Perfetti, Affolter, Johnstone; wir führen auch Hirnleistungstraining durch. Aktivitäten des täglichen Lebens ( z.B. Waschen, Anziehen, Haushalt, Einkaufen, Schriftverkehr …) leiten wir unter Einbeziehung der Angehörigen an.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Schwindel und Gleichgewichtsstörungen

Unser Gleichgewichtssystem setzt sich aus drei Wahrnehmungsbereichen zusammen:

  • dem visuellen System (Sehen)
  • dem propriozeptiven System (der „Körpersinn“)
  • dem vestibulären System (Gleichgewichtsorgan im Ohr)

Vom Behandeln...

Das Schwindeltraining setzt an diesen drei Punkten an, denn mit der Stabilisierung dieser Wahrnehmungsbereiche gewinnen die Betroffenen zunehmend Sicherheit.
So können im Zentralen Nervensystem Kompensationsprozesse in Gang gesetzt  und verloren gegangene Funktionen erneuert werden.

Die Teilnahme am Trainingsprogramm ist sinnvoll beim Ausfall eines Gleichgewichtsorgans, bei multisensorischem Schwindel, bei einigen Formen des psychogenen Schwindels und des Schwindels nach Schädelverletzungen.
Bei gutartigem Lagerungsschwindel kann 80-90%der Betroffenen mit dem Training des Lagemanövers nach Epley geholfen werden.

...zum Handeln


Schwindeltraining ist immer ein „Provokationstraining“, dessen Prinzipien sind:

  • steigender Schwierigkeitsgrad vom Liegen zum Stand
  • Stabilisierung des visuellen Systems ( Augenübungen )
  • Stabilisierung des propriozeptiven Systems ( Kraftübungen )
  • Stabilisierung des vestibulären Systems (Gleichgewichtsübungen)
  • Atem- und Entspannungsübungen

Schwindeltraining kann im Rahmen der Ergotherapie
sensomotorisch - perceptive Behandlung, EN2 vom behandelnden Arzt ( Allgemeinarzt, HNO oder Neurologe ) verordnet werden.

In unserer Praxis stehen Ihnen Frau Schmidt und Frau Widiner als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung.

Spiegeltherapie

In der Rehabilitation von neurologischen und orthopädischen Störungen wird seit einigen Jahren die Spiegeltherapie zunehmend erforscht und eingesetzt. Der Patient trainiert mit einem Spiegel, der senkrecht zu seiner Körpermitte steht. Das betroffene Körperglied (Arm oder Bein) ist nicht zu sehen; es wird mit der gesunden Seite gearbeitet.  Während der Therapie  wird das Spiegelneuronen - System aktiviert, das stark mit motorischen Feldern im Gehirn  in Verbindung steht. Über die Arbeit mit der „visuellen Illusion“ können vor allem Patienten mit schweren Krankheitsbildern der Therapie wieder zugänglich werden.

Vom Behandeln

Neuere Forschungen bestätigen positive Effekte der Spiegeltherapie v.a. bei:

  • schwer betroffenen Schlaganfallpatienten (Thalamussyndrom, Schulter-Hand-Syndrom, Neglekt…)
  • Patienten mit Phantomschmerzen nach Amputuationen
  • schweren chronischen Schmerzsyndromen wie CRPS.

Spiegelttherapie kann sinnvoll sein bei:

  • neurologischen Erkrankungen wie Parkinson und MS
  • nach schweren Traumata / Verletzungen an der Hand, Armen oder Beinen
  • chronischen Arthritis-Schmerzen der Hand
  • verschiedenen neuropathischen Schmerzsyndromen
  • Sensibilitätsstörungen
  • bei Ruhigstellung durch Gips oder Schienen
  • Bewegungsangst nach schweren Verletzungen oder Schmerzerfahrungen

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Die Spiegeltherapie wird meist zusammen mit Mentalem Training eingesetzt.

Ansprechpartnerinnen in unserer Praxis sind Frau Widiner und Frau Schmidt ( zert. Spiegeltrainerinnen nach A. Rothgangel ).

Kognitiv Therapeutische Übungen

Die kognitiv-therapeutischen Übungen (KTÜ) nach Professor Perfetti

Seit den siebziger Jahren arbeitet ein Team unter dem Rehabilitationsarzt Prof. Carlo Perfetti an einer kognitiven Rehabilitationstheorie.

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Neben Grundlagen der neurologischen Basiswissenschaften wie der Medizin, der Neuro- und Entwicklungs-Psychologie sowie der Pädagogik, basiert diese Theorie des Perfetti-Konzeptes auch auf der philosophischen Schule der systemischen Anschauungsweise. Hierbei wird der Mensch als komplexes System gesehen.

Ziel der kognitiv-therapeutischen Übungen ist die Reorganisation des geschädigten Systems, sodass komplexe und differenzierte Handlungen wieder möglich werden. Die Reorganisation basiert auf den Plastizitätseigenschaften des Nervensystems, das die Fähigkeit hat, seine Struktur und Organisation den veränderten Grundlagen (z.B. Läsionen) und Anforderungen (z.B. Lernen) anzupassen.

Die kognitive Theorie von Professor Perfetti besagt, dass Bewegung nicht mit der Muskelkontraktion, sondern mit der Bewegungsplanung im Gehirn beginnt. Daher geschieht die therapeutisch geführte Reorganisation in diesem Konzept durch den Einsatz gezielter Denkprozesse. Der Patient erlernt hierbei Strategien, die ihm erlauben, wieder so normal wie möglich zu handeln. Hier wird Rehabilitation als Lernen unter pathologischen Bedingungen verstanden.
Zur Aktivierung gezielter Denkprozesse werden die aktive und gerichtete Aufmerksamkeit sowie die „motorische Imagination“ als Methoden der Wahl angewendet.

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Anwendungsbereiche der kognitiv-therapeutischen Übungen bei Erwachsenen und Kindern:

  • Erworbene oder angeborene Erkrankungen des Zentralnervensystems, z.B. nach Schlaganfall, bei Tumoren, infantiler Zerebralparese, Multipler Sklerose, Morbus Parkinson sowie entzündlichen Erkrankungen des Gehirns
  • Traumen des Nervensystems, z.B. Schädelhirntrauma, Rückenmarksläsion / Querschnittslähmung, Läsionen peripherer Nerven
  • Neuropathien unterschiedlicher Genese, z.B. Guillan-Barré-Syndrom, Polyneuropathie
  • Verletzungen und Operationen der Stütz- und Bewegungsorgane, z.B. Frakturen sowie Schulterendoprothesen, endoprothetischer Ersatz des Knie- und Hüftgelenks, Rotatorenmanschettenrupturen etc.
  • Replantationen und Transplantationen, z.B. einzelner Finger oder der ganzen Hand
  • Weitere Störungsbilder des Bewegungssystems, z.B. Schulter-Arm-Syndrom, Impingementsyndrom, Schulterluxationen mit und ohne Plexusläsion, angeborene, degenerative und akute Erkrankungen der Wirbelsäule
  • Verbrennungen

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.vfcr.de

 

 

Orthopädie

Ergotherapie bei orthopädischen Erkrankungen

Wir behandeln vorwiegend Schulter / Arm / Hand / Rücken – Probleme.
Was erwartet den „orthopädischen“ Patienten in der ergotherapeutischen Praxis?

vom behandeln

Neben den üblichen Zielen, die im akuten Stadium einer Erkrankung zuerst einmal wichtig sind, nämlich Schmerzbehandlung und Beruhigung der akuten Symptome, versuchen wir mit unserer Arbeit doch weiter gehende Fragen zu beantworten:
  • Warum zeigt der Körper immer wiederkehrende Symptome von Überanstrengung, wie z.B. Schulterschmerzen?
  • Gibt es Haltungsschwächen, die diese Symptome befördern?
  • Wie ist die Arbeitsbelastung, ist der Arbeitsplatz nach ergonomischen Gesichtspunkten eingerichtet?
  • Wie ist das Verhältnis zwischen statischer und dynamischer Belastung im Arbeitsalltag, bzw. im Tagesverlauf, gibt es genügend Ruhezeiten?

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Bei der Beantwortung dieser Fragen ist es uns wichtig, dass der Patient / die Patientin versteht, wie das Problem entstehen konnte und Schlüsse daraus zieht. In diesem Prozess begleiten wir unsere Patienten,

  • üben gesundes motorisches Verhalten ein, 
  • entlasten zu stark belastete und kräftigen schwache Strukturen,
  • überdenken gemeinsam „Gewohnheiten“,
  • suchen nach Alternativen zu „alten“ Mustern…


Weitere Informationen finden Sie hier:

Hand

Unsere Hände dienen als Kontaktorgan zur Aussenwelt und als Werkzeug. Das Kleinkind lernt und entwickelt sich, indem es seine Umwelt „begreift“.  Wir können unsere Gefühle durch die Hände vermitteln, man denke an die geballte Faust, streicheln oder den erhobenen Zeigefinger. Eine gesunde Hand hat als Wahrnehmungs- und Arbeitsorgan allein 19 Freiheitsgrade bezüglich der Greifformen; hiervon  ist die Prothetik noch weit entfernt.
Ohne unsere Hände sind wir hilflos und von anderen abhängig.

Vom Behandeln

Was ist Handtherapie ?

Handtherapie bezeichnet die Rehabilitation von Patienten mit angeborenen, traumatischen oder degenerativen Erkrankungen der oberen Extremität und deren Auswirkungen.
In der handtherapeutischen Praxis werden sowohl Patienten mit angeborenen Fehlbildungen der Hände, als auch Patienten mit Sehnen- und Nervenverletzungen, Knochenbrüchen und Bandverletzungen behandelt.
Komplexe Handverletzungen (z.B. nach Arbeitsunfällen),

Hand eines Patienten nach einem Arbeitsunfall


Verbrennungen, Schmerzpathologien (CRPS) und Amputationen mit ihren schwerwiegenden  Folgen erfordern handtherapeutische Fachkompetenz.
Aber auch das Karpaltunnensyndrom,  die Dupuytren – Kontraktur und der Tennisarm werden hier sowohl konservativ als auch postoperativ behandelt.
Ein besonderes Arbeitsgebiet innerhalb der Handtherapie stellt die Behandlung der Erkrankungen des rheumatologischen Formenkreises dar.
...zum Handeln

Ziel ist, dass der Patient seinen sozialen und beruflichen Anforderungen wieder gerecht werden kann. Um dieses Ziel zu erreichen, bedient sich die Handtherapie ergotherapeutischer und physiotherapeutischer Massnahmen:
Kontrakturprophylaxe, Schienenbehandlung, Gelenkschutz, ergonomische Beratung, Wund- und Narbenbehandlung, Sensibilisierung bzw. Desensibilisierung, Mobilisation und Kraftaufbau zur Verbesserung bzw. zum Erhalt der körperlichen Beweglichkeit und der manuellen Geschicklichkeit, ADL ( Training der Aktivitäten des Täglichen Lebens ), Schmerzlinderung, Stumpfabhärtung,

Hand des Patienten während der Behandlung

Behandlung von Phantomschmerzen und Prothesentraining sowie das Erlernen von Kompensationsmechanismen, Manuelle Therapie ( Maitland) und spezielle Massagetechniken (Cyriax) sind hier zu nennen.

Therapie zur Kräftigung der Hand mit Knet

Für Patienten aus dem rheumatologischen Formenkreis bieten wir neben der Einzeltherapie auch Gruppen zum Thema Gelenkschutz an.

Ansprechpartnerin in unserer Praxis ist Frau Schmidt, seit 2005 Mitglied in der DAHTH (Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Handtherapie)

Schienenbau

Die Herstellung und Anpassung von Schienen ergänzen die oben genannten Behandlungstechniken optimal. Wir fertigen statische und dynamische Schienen, sowie Übungsschienen nach Mass.

Hier zwei Beispiele für statische Schienen:

Daumenhülse

Daumenhülse

Radialisfunktionsschiene

Zwei Beispiele für dynamische Schienen:

Beugehandschuh

Streckquengel

Zwei Beispiele für Übungsschienen

Ulnarissplint

C-Splint

Rheuma

Entzündliche und degenerative Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis können das Leben von Betroffenen massgeblich beeinträchtigen; schon Kinder und ihre Eltern sind mit Fragen zu Medikation, Belastbarkeit und Hilfsmitteln konfrontiert. Auch für Erwachsene, die immer wiederkehrenden Schüben rheumatischer Attacken ausgesetzt sind, ist eine gute und fundierte fachliche Beratung und Begleitung unverzichtbar.

Vom Behandeln

Rheuma-Patienten erhalten in unserer Praxis

  • Anleitung zum Gelenkschutz
  • manuelle schmerzstillende Behandlungsverfahren in den akuten Phasen der Erkrankung
  • gezielte Bewegungsübungen, die eine gute Handfunktion / Fussfunktion so lange wie möglich gewährleisten, Haltungsschulung
  • angepasste Funktions- und Lagerungsschienen (z.B. Anti-Ulnardeviationsspange, Daumenschienen bei Rhizarthrose….)
  • spezielle Anwendungen wie z.B. Rapsbad, Paraffinbad zum Kühlen bzw. Erwärmen des betroffenen Körperteiles
  • Hilfsmittelberatung

...zum Handeln

Unsere Praxis ist Mitglied in der GmAR (Gesellschaft medizinischer Assistenzberufe für Rheumatologie)

Rapsbad


Geriatrie

Unsere Arbeit mit alten und hochbetagten Menschen wird bestimmt durch Erkrankungen, die sich altersbedingt ständig verändern. Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität), akute und chronische Krankheitsbilder und äußere Einflüsse wie die Wohnsituation und Veränderungen im sozialen Umfeld bestimmen die Therapie. Der alte Mensch befindet sich in einem labilen gesundheitlichen Gleichgewicht. Jede zusätzliche Erkrankung ist somit eine massive körperliche, seelische und soziale Belastung: wir stellen uns in der Geriatrie diesen Besonderheiten. In der Behandlung alter und hochbetagter Menschen geht es vor allem um den Erhalt der Alltagskompetenzen und der Selbstversorgung, der Belastungsfähigkeit sowie der körperlichen und geistigen Fähigkeiten.

Menschen, die an Demenz leiden, werden von uns zu Hause einzeln oder in der Gruppe im Wohnbereich oder bei uns in der Praxis behandelt.

Je nach Schweregrad der Erkrankung und in Absprache mit den Angehörigen und dem Pflegepersonal ist es uns hier besonders wichtig:

  • die Patienten psychisch zu stabilisieren und zu stärken
  • an der Schaffung eines sicheren und geborgenen Umfeldes mitzuwirken
  • die Kommunikationsfähigkeit und andere soziale Kompetenzen so lange wie möglich zu erhalten
  • das häusliche Umfeld sicher zu gestalten

Psychiatrie

Ergotherapie kann mit ausdrucks- und kompetenzzentrierten Methoden einen wichtigen Beitrag dazu leisten einen Klinikaufenthalt zu vermeiden.

Nach einem stationären Aufenthalt ist es wichtig, den Übergang ins häusliche Umfeld zu begleiten. Ziel der ambulanten Ergotherapie ist das Wiedererlangen einer eigenständigen Lebensführung und Selbständigkeit in der Tagesstrukturierung. Im Kontakt mit der Therapeutin geht es vor allem um die Stärkung sozio-emotionaler Kompetenzen sowie der Interaktionsfähigkeit.